Mai 2018

Senioren-WG statt Pflegeheim

Mit der Nutzung des Kronacher Spitals beschäftigte sich der CSU-Ortsverband Kronach. Nach Meinung der CSU-Mitglieder soll das Spital zukünftig wieder Kronacher Senioren zur Verfügung gestellt werden. Das ist das Ergebnis der Abstimmung.

Allerdings soll das Bürgerspital nach Ansicht des CSU-Ortsverbandes nicht als Heim betrieben werden, sondern im Sinne von betreutem Wohnen genutzt werden. Dazu könnten kleine Wohneinheiten hergestellt und separat vermietet werden. CSU-Ortsvorsitzende Angela Hofmann und CSU-Stadtratsfraktionsvorsitzender Jonas Geissler bewerteten Wohngemeinschaften für Senioren als Zukunftsmodell.

Vor der Entscheidung diskutierten die Mitglieder verschiedene Nutzungsmöglichkeiten wie Wohnheim für Jugendliche, die in Kronach eine Ausbildung absolvieren, bis hin zur Auslagerung eines Teilbereichs einer Behörde. Breiten Raum nahm in der Besprechung die Nutzung durch Senioren ein.

Mitglieder des CSU-Ortsverbandes machen sich ein Bild vor Ort und treffen sich anschließend zur Diskussion und Abstimmung

Optimale Lage in der Stadtmitte

Das Bürgerspital hat eine Nutzfläche von 1600 m² und verfügt derzeit über zirka 40 Zimmer und Wohneinheiten - einige davon mit Naßzelle und kleiner Kochnische. Hinzu kommen Büro- und Verwaltungsräume. Für die Nutzung als Senioren-Wohngemeinschaft sprechen laut Vorsitzender Angela Hofmann mehrere Gründe: das Spital ist über Spitalstraße und Hussitengasse von zwei Seiten her gut erschlossen. Es liegt im Zentrum der Stadt, somit hätten die Bewohner kurze Wege für Besorgungen. Das Konzept fördere die Gemeinschaft und wirke Vereinsamung entgegen, ergänzte Sabine Scherbel, stellvertretende Vorsitzende der Frauen-Union. „Sogar ein Versammlungsraum ist vorhanden“ unterstrich sie. Unterstützung bei der Pflege könnten Pflegedienste leisten, die von den Bewohnern selber beauftragt werden, erklärte CSU-Fraktionsvorsitzender Jonas Geissler.

"Die CSU will Senioren in der Mitte der Gesellschaft wieder eine Heimat bieten!" faßte Geissler zusammen. Nachdem man mit den CSU-Mitglieder den Dialog gesucht habe, werde man das wichtige Thema in der CSU-Stadtratsfraktion konkretisieren, so Geissler.

Stadtrat Markus Oesterlein ging auf den Stiftungszweck ein. Dieser sehe die Alten- Behinderten- und Bedürftigenhilfe in Kronach vor. Das bedeute, die Einnahmen aus der Vermietung kommen diesem Zweck zugute oder die Nutzung der Räume erfolgt direkt durch diesen Personenkreis, erläuterte er.

CSU-Ehrenvorsitzender Heinz Hausmann rief die Historie des Gebäudes in Erinnerung. Er machte deutlich, daß das Spital schon immer als soziale Einrichtung, Krankenstation und Herberge genutzt wurde.

Das Kronacher Bürgerspital wird von der Spitalstiftung mit verwaltet. Bis Ende 2017 waren hauptsächlich die Räume im Erdgeschoß an die Rummelsberger Anstalten vermietet. Von 2015 bis 2017 wurden hier unbegleitete minderjährige Flüchtlingsjugendliche beherbergt und durch die Mitarbeiter der Rummelsberger Anstalten betreut. Von 2006 bis Anfang 2014 betrieb der Caritas Kreisverband im Spital ein Seniorenheim. 122 Jahre lang, nämlich von 1882 bis Ende 2004 wurde das Spitalpflegeheim von den Niederbronner Schwestern unterhalten und im Jahr 2005 hatte die Stadt Kronach den Betrieb als „städtisches Spitalpflegeheim“ in eigener Verantwortung selbst übernommen.